DIE GLÜCKLICHEN 

Eine performative Installation von ausbau.sechs, nach dem Roman von Kristine Bilkau

 

 

Uraufführung im Frühjahr 2017 an den Münchner Kammerspielen

 

Hier die Begründung der Theaterjury (04. Februar 2016):

"Gerade in Zeiten, in denen sich zahlreiche Theatermacher mit aktuellen Fragen zu der Situa­tion von geflüchteten Menschen beschäftigen, zugleich aber auch die Auseinandersetzung mit erstarkenden rechtspopulistischen Strömungen und einem in Europa Einzug haltenden Terror suchen, ist es interessant, dass sich das Performancekolletiv ausbau.sechs mit der kleinsten sozialen Einheit – der Familie – in Zeiten eines neoliberalen Kapitalismus beschäf­tigt. Ausgehend vom Debütroman „Die Glücklichen“ von Kristine Bilkau, der von einem leisen sozialen Abstieg einer jungen Familie erzählt, thematisieren Sebastian Linz und Linda Löbel die Situation der zwischen 1975 und 1990 Geborenen. Es ist die pragmatische Genration „maybe“, die hohe Ansprüche an sich selbst hat, das Private in den Vordergrund rückt, als unpolitisch und konservativ gilt und vor allem daran arbeitet, die Standards der Mittelschicht zu halten, um damit ihrem Individualitätszwang gerecht zu werden.

 

Die Jury überzeugte neben der thematischen Ausrichtung der installativ-performativ partizi­patorische Spielansatz, den ausbau.sechs auch schon in früheren Projekten in bemerkens­werter Weise umgesetzt haben. Jeweils 24 Zuschauer pro Aufführung werden mit Kopfhörern ausgestattet und in einer Zweier-Situation durch insgesamt zwölf sich leicht verändernde Räume geführt. Sie hören jeweils eine der beiden Perspektiven der Romanhauptfiguren und werden zu einfachen Handlungen angewiesen. Überzeugend ist der sanfte immersive Ansatz dieser Arbeit, der zu einer intimen Situation innerhalb des Publikums führt. Durch die Kon­frontation mit dem Inhalt der Geschichte, der räumlichen Anordnung und der Begegnung mit den unbekannten Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird die Zuschauerin/der Zuschauer sich selbst gegenübergestellt. Außerdem befürwortet die Jury die Zusammenarbeit mit den Münchner Kammerspielen, die das Haus unter der neuen Intendanz von Mattias Lilienthal für freie Gruppen bewusst öffnen und eine Vernetzung der Münchner freien Szene in die deutschsprachige Stadttheaterszene unterstützen."

 

Mehr Infos zur Tanz- und Theaterförderung des Kulturreferats gibt es hier.